TSG Hochgebirgstour im Verwall
Vier Tage im Verwall, bei denen es in einer sagenhaften Bergwelt an wirklich nichts gefehlt hat. Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit waren dieses Mal jedoch erforderlich.
Es war die vierte Hochgebirgstour der TSG Balingen. Gestärkt mit dem obligatorischen Hefezopf, Brezeln und Kaffee sind wir am 31. Juli zu zehnt in St. Christoph am Arlberg gestartet. Zunächst ging es auf dem Berggeistweg in stetem Anstieg bis zum Albonagrad, von wo ein Teil der Gruppe hinauf zu den Maroiköpfen gestiegen ist. Der Rest der Gruppe ist weiter dem Berggeistweg entlang bis zur Kaltenberghütte gewandert. Die Kaltenberghütte liegt über dem Klostertal und gewährt einen unglaublichen Blick hinaus ins Tal. Nach einem dreigängigen Hüttenmenü fingen am Nebentisch ein paar junge Leute an, zur Gitarre zu singen. Die Texte gab es vom Handy und am Ende stimmte die gesamte Hütte ein. Unglaubliches Hüttenfeeling!
Nachdem es in der Nacht geregnet hatte, empfing uns der Morgen mit herrlich frischer Bergluft. Der zweite Tag sollte die Königsetappe werden. Von der Kaltenberghütte ging es hinauf in hochalpines Gelände auf teils leicht ausgesetzten Pfaden. Zunächst stiegen wir steil empor über das Krachenjoch zur Krachelspitze. Von hier konnten wir die letzten verbliebenen kleinen Eisfelder oberhalb des Kaltenbergsees sehen. Die Mädels konnten es sich nicht verkneifen, ein Bad im Bergsee neben den Eisschollen zu nehmen. Das war so unglaublich kalt! Ab hier ging es weiter über den Reutlinger Weg zur Konstanzer Hütte. Der Abstieg war lang, doch „Heidelbeer-Pausen“ erleichterten das Bergab. Die Konstanzer Hütte liegt tief in einer schönen Senke. Der Kaiserschmarrn lenkte vollkommen von den strapazierten Füßen des Abstiegs ab. Auch hier gab es abends wieder ein leckeres Menü und der Abend klang mit Spielen in lustiger Runde aus.
Trotz einer Nacht im Lager sind alle wohlerholt am nächsten Morgen erwacht. Zum Auftakt gab es ein kleine Yogarunde, um den langen, langen Aufstieg zum Mutterjoch geschmeidig zu bewältigen. Oben am Joch lag vor Jahren noch ein riesiges Schneefeld, doch 2026 ist da einfach nichts mehr! Entsprechend poröse ist das gesamte Gestein. Der Permafrost fehlt und der Weg führt über riesige Geröllfelder. Im Nachhinein war dies die Königsetappe der Tour, denn das vermutlich herausforderndste Stück liegt zwischen Mutterjoch und Darmstädter Hütte, wo ein mit Stahlseilen und Steigen gesicherter Pfad entlang der Felswand geführt wird. Oberhalb der Darmstädter Hütte hängen noch ein paar kleine Gletscher, die vermutlich in den nächsten Jahren auch noch verschwinden werden. Die Darmstädter Hütte ist bekannt für ihre Knödel und wir können auch sagen für ihren authentischen Hüttenwirt! Den lustigsten Abend hatten wir sicherlich auf dieser Hütte mit improvisierten Spielen und einer Menge Spaß.
Der letzte Tag führte uns über den Kartellspeicher entlang dem Moosbach hinunter ins Tal nach St. Anton. Per Bus ging es zurück nach St. Christoph zu den Autos. Den kulinarischen Abschluss machten wir im Bräuhaus in Zußdorf. Hier fand eine wunderschöne Tour nach vier Tagen ihr Ende: tolles Wetter, tolle Gruppe, tolle Leute unterwegs, eine mega Landschaft, herausfordernde Wege, kulinarische Highlights auf den Hütten, müde Füße, manche Anstrengung, aber beste Laune über vier Tage. Danke an diese großartige und schöne Berggemeinschaft!