TSG I steigt trotz starkem Wettkampfauftritt aus der 3. Bundesliga Süd ab
Die Turnerinnen der TSG Balingen haben am letzten Wettkampftag der 3. Bundesliga Süd noch einmal alles gegeben. Mit einem stabilen Auftritt und Platz sechs in der Tageswertung zeigte das Team großen Kampfgeist. Dennoch reichte das Ergebnis nicht aus, um die Klasse zu halten. Die Konkurrenz trat mit sehr hohen Schwierigkeitsgraden an, teilweise mit international besetzten Kadern. Unter den derzeitigen Trainingsmöglichkeiten ist dieses Niveau kaum erreichbar.
Starker Beginn am Balken
Die TSG startete am Balken und die Anspannung war von Beginn an deutlich spürbar. „Beim Einturnen haben wir bemerkt, dass die Mädels insgesamt sehr aufgeregt waren. Das ist natürlich keine Überraschung. Der Druck war zu Beginn des Wettkampfes immens“, so das Trainerteam.
Sonja Lubitz begann und sorgte sofort für einen starken Auftakt. „Sonja ist eine Bank am Balken. Wie ein Uhrwerk turnte sie ihre Übung durch, ohne Unsicherheiten oder Wackler.“ Ihre 11,0 Punkte setzten ein klares Zeichen. Auch Lani Gruber (10,80) und Luise Heim (10,25) kamen gut durch ihre Programme. Anna Maria Netzer musste einmal vom Gerät, steuerte aber dennoch 9,20 Punkte bei. Mit 41,25 Punkten erreichte die TSG das viertbeste Balkenergebnis des Tages.
Stabile Leistungen am Boden
Am Boden steigerten sich die Turnerinnen erneut. Luisa Schneider (10,45), Cosima Lork (10,45) und Lani Gruber (10,90) turnten saubere und ausdrucksstarke Übungen. Für einen besonderen Moment sorgte Florine Wörz, die mit einer präzisen und sauber ausgeführten Übung ihre neue Bestmarke von 11,0 Punkten erzielte. Mit 42,80 Punkten lag die Mannschaft nach zwei Geräten im angestrebten Bereich.
Sprung unter hohem Druck
Am Sprung wollten die Turnerinnen an die sehr guten Ergebnisse der vergangenen Wettkämpfe anknüpfen. Doch der Druck war an diesem Tag besonders hoch. „Am Sprung hatten die Turnerinnen besonders hohe Erwartungen an sich selbst, da wir beim letzten Wettkampf hier so stark abgeschnitten hatten. Das war, kombiniert mit der gesamten Wettkampfsituation, etwas viel Druck“, erklärte das Trainerteam.
Lubitz und Netzer hatten Schwierigkeiten in der Landung. Schneider (11,70), Wörz (11,80) und Gruber (12,20) lieferten solide Leistungen. Mit 46,40 Punkten blieb das Team jedoch unter den eigenen Möglichkeiten.
Emotionaler Abschluss am Stufenbarren
Zum Abschluss zeigte die Mannschaft noch einmal große Nervenstärke. Alle Turnerinnen kamen sicher durch ihre Übungen. Schneider eröffnete mit 7,90 Punkten. Anschließend gelang Katharina Bisinger ein besonderer Moment: „Das war heute ein besonderes Highlight für das Team. Katharina meisterte ihre neue Stufenbarrenübung fehlerfrei und zog 8,65 Punkte.“
Auch Anna Maria Netzer präsentierte sich stark und erhielt 8,55 Punkte. Der Fanblock der TSG sorgte in der Halle für lautstarke Unterstützung, als Sonja Lubitz und Luise Heim ihre anspruchsvollen Übungen präzise durchbrachten und jeweils 9,45 Punkte erreichten. Mit 36,05 Punkten turnte die TSG eine der besten Barrenleistungen der gesamten Saison.
Entscheidung erst beim letzten Team
Nach dem eigenen Wettkampf hieß es warten. Ulm war bereits außer Reichweite, doch Kempten war noch schlagbar und turnte als letztes Team am Balken. Zunächst schienen die Chancen für Balingen intakt, doch dann kam Rosa Schwaninger ans Gerät. Die Österreicherin, die beim TV Kempten startet und kürzlich knapp die Qualifikation zur Weltmeisterschaft verpasst hatte, zeigte eine herausragende Übung und erhielt 12,15 Punkte.
Diese Leistung entschied den Wettkampf zugunsten der Allgäuerinnen. Kempten wurde Tagesvierter, Balingen belegte Rang sechs und fiel in der Tabelle auf Platz acht – was den Abstieg bedeutet.
„Es fühlt sich unfair an“
Das Trainerteam fasste die Situation ehrlich zusammen:
„Es fühlt sich unfair an. Wir haben eine gute Saison geturnt und haben immer ordentliche Platzierungen belegt, nie den 8. Platz. Da ist es schwer begreifbar, als Absteiger aus der Saison zu gehen. Aber wir müssen das Ergebnis nehmen, wie es ist. Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir freuen uns auf das, was jetzt kommt. Mit dem Teamgeist und der Disziplin, die die Turnerinnen in den letzten Monaten gezeigt haben, starten wir nun in ein neues Kapitel in der Regionalliga.“
Die TSG Balingen beendet die Saison mit erhobenem Kopf. Die Turnerinnen haben bis zum letzten Gerät gekämpft, wurden von einem beeindruckenden Fanblock lautstark unterstützt und präsentierten einen Zusammenhalt, auf den der Verein besonders stolz ist.